Sooo, am Wochenende wars also soweit…
Mausauel stand an. Mausauel ist eines der deutschen Events, die bei uns fest auf dem Kalender stehn. Das Event ist bei Obermaubach in der Eifel. Die Ritterschaft zu Molbach hält hält dort Jährlich ein Turnier mit einem Lager und Markt und auch der Möglichkeit für unberittene, wie uns, etwas zu kämpfen
Freitag gings also nach der Arbeit los. Leider hatten wir etwas mit Stau zu kämpfen und waren so erst um 23.00 Uhr in Mausauel. Aber der Zeltplatz war reserviert und unsere Freunde haben uns auch alle beim Aufbauen in der Dunkelheit geholfen. Danke nochmal!
Nachdem das Zelt endlich stand, das Bett aufgepumpt war und alle Kerzen angezündet, haben wir den Abend noch ruhig mit unseren Freunden ausklingen lassen und sind nach ein paar Bierchen schön erschöpft in unser Zelt gegangen.
Am nächsten Morgen stand als erstes Orientierung auf dem Plan :) Mal sehen wer denn alles so da ist und allen, die man am Vorabend nicht gesehen hat, mal “Hallo” sagen. Und natürlich sich über den Ablauf informieren
Von unseren Freunden waren die Stolberger Burgritter, der freie Haufen zu Krinvelde, Laboratore Pro Regis, die freye Söldnerschar zu Coellen, Cursus Insanus und Lupi venaris und natürlich unsere kölner Stags da
Hier mal ein paar Eindrücke von den Lagern:
Hier einige abgekämpfe Recken
Ein sehr schön eingerichtetes Zelt…
Lager mit einem Kupp-Feld davor. Die Regeln kann ich leider nicht ganz genau erklären, da sie mir selber nicht bekannt sind. Aber soweit ich weiß wird es mit zwei Spielern gespielt. Beide starten mit sechs Klötzchen auf ihrer Seite und es gibt den König in der Mitte. Wer als erster alle Klötzchen des Gegners umgeworfen hat, darf, glaube ich, auf den König werfen und gewinnt fals er den König umwirft.
Und hier noch eine sehr schöne Feldküche
Eine Besprechung für das Turnier war für Mittag angesetzt, also blieb etwas Zeit mit allen Leuten zu reden oder sich auch schon ein wenig warm zu kämpfen.
Nach der Besprechung war klar, dass wir – die Schwertkämpfer – gegen Ende des Turniers eine kleine Schlacht stellen sollten, die eine Eskalation des Disputs zwischen den guten und den bösen Rittern darstellen sollte. Wir haben uns entschieden das Ganze quasi nach englischem Model zu machen. Also zwei Linien, die aufeinander treffen und eine Weile kämpfen, dann das ganze auseinanderziehen, es werden Champions auserkoren, die sich Einzelkämpfe liefern, dann wieder Aufeinandertreffen der Linien. Wir mussten alles unentschieden halten, da der Clou an der ganzen Sache war, dass einer der berittenen Ritter die Sache nachher für die guten entscheiden würde. Wir haben dann noch die Seiten aufgeteilt und nochmal kurz über die Regeln gesprochen – keine scharfen Waffen auf dem Schlachtfeld, saubere, schartenfreie Waffen und keine Kopf-, Hand- oder Fußtreffer – und Wasserträger organisiert. Danach haben wir noch ein wenig Einzelkämpfe gemacht, bis es Zeit für das Turnier war. Oder viel mehr, Zeit sich davor auszuruhen.
Eigentlich ruhe ich mich immer gerne ca. eine Stunde vor der Schlacht nur aus. Heißt ich liege oder sitze irgendwo rum und genieße den (hoffentlich) schönen Tag :) Diesmal war genau vor dem Turnier die Greifvogelschau. Eigentlich wollte ich sie mir nicht ansehen, hat man ja auch schon oft gesehen sowas, und lag schon vor unserem Zelt im Schatten. Aber dann hab ich mir gedacht, dass sie ja einen Weißkopfseeadler und einen europäischen Adler dabei haben und so welche hab ich dann doch noch nie in Aktion gesehen. Also bin ich nochmal aufgestanden und hab mich an die Turnierbahn gestellt. Weil unser Zelt ganz am Ende der Bahn stand, war ich auch sehr weit hinten. Sie haben den Weißkopfseeadler vom Anfang der Bahn bis ca. Mitte fliegen lassen. Da war ich erst schon enttäuscht, weil ich ihn gar nicht gut sehen konnte und wollte schon ins Zelt zurück gehen. Aber dann kam der Falkner doch noch bis auf meine Höhe zurück und ich dachte er lässt ihn nochmal über die ganze Bahn fliegen und hab mich schon gefreut, dass ich den Adler doch noch gut sehen kann. Aber dann hat der Falkner mich angesprochen und mich gefragt, ob ich mich denn besonders mutig fühlen würde. Ich hab mal ja gesagt und dachte erst ich dürfte den Adler gleich mal streicheln oder so, aber er hat mich zu sich auf die Bahn geholt. Er würde den Adler jetzt auf meinem Kopf landen lassen! Das konnte ich nicht glauben, hat der Adler doch ganz bestimmt ziemlich lange Klauen. Aber das hätten sie schonmal gemacht, hat er dann zu mir gesagt. Geglaubt hab ich es dennoch nicht.
Ich stand also auf der Bahn, der Falkner hinter mir. Der Adler fliegt am anderen Ende los. Ganz ganz tief über den Boden, so dass seine Flügel den Boden schon manchmal berühren. Er kommt immer immer näher, aber der kann doch gar nicht auf meinem Kopf landen…. Noch näher und noch näher.. und dann ganz nah, bestimmt nur einen Zentimeter vor meinem Kopf zieht er hoch und der hat tatsächlich zwei Zentimeter lange Klauen!!
…
In dem Moment hab ich zugegebener Maßen doch die Augen zusammengekniffen und ganz schön Angst bekommen ;) Aber der Adler ist natürlich nicht auf meinem Kopf gelandet, sondern auf dem Arm des Falkners, der direkt über meinem Kopf war 
Aber das Erlebnis war unbeschreiblich, einfach absolut genial und durch nichts zu übertreffen. So ein Seeadler hat ca. 2m Spannbreite und sieht ganz schön majestätisch aus!
Leider hat niemand ein Foto (am besten ne Nahaufnahme, das wär echt cool gewesen) von mir und dem Adler, aber ein kleines Video hab ich schon. Das stelle ich hier dann mal ein.
Als nächstes durfte der andere Adler noch vom nächsten Berg herunterfliegen. Das ist auch etwas das man mal gesehen haben sollte! Der Adler kreist ganz hoch und ist eigentlich nur ein kleiner Punkt am Himmel und innerhalb der nächsten Sekunden ist er schon auf dem Arm des Falkners. Man kann sich gar nicht vorstellen wie schnell das geht!
Hier eine Großaufnahme von dem Weißkopfseeadler, der nur ganz knapp über meinen Kopf geflogen ist
Und hier ein Bild vom anderen Adler, mit dem passenden Namen Eagle, der vom Berg herunter fliegen durfte :) Am nächsten Tag durften übrigens beide Adler vom nahen Berg herunter fliegen und waren Teil des Turniers, in dem sie dann der Gräfin eine Nachricht überbringen durften.
Auch kleinere Greifvögel hatte der Falkner dabei. Natürlich eine Eule, einen Habicht und einen Falken, aber auch diesen kleinen Buntfalken, der höchstens 20 cm hoch war und sich von Mücken und anderen Insekten ernährt
Und auch diesen kleinen Kauz, der sogar noch etwas kleiner war als der Buntfalke und den ich sogar streicheln durfte!
Als nächstes stand dann das Turnier an. Wir sind mit den Rittern einmarschiert und haben dann unsere Plätze am Ende der Turnierbahnen eingenommen. Es war ganz schön anstrengend, denn wir haben ja das Ganze Turnier warten müssen, bis wir endlich dran waren ;) Da ist schonmal der Eine oder Andere kurz zum Nachmittagssnack verschwunden
Aber dann kam endlich unser Einsatz und es ist nicht nur reibungslos gelaufen, sondern hat auch super Spass gemacht! Das ist genau das worauf wir jetzt hoffentlich mit Zeit der Schwerter hinarbeiten. Hoffentlich haben wir bald mal eine Freischlacht mit wirklich vielen Kämpfern auf deutschem Boden.
Danach war kampfmäßig der Tag für die meisten Kämpfer eigentlich vorbei, aber Roger und ich sollten noch am Marktgericht teilnehmen. Erst war gar nicht klar, ob es überhaupt stattfinden würde, da die meisten Besucher nach dem Turnier bereits verschwanden und es außerdem stark nach Regen aussah. Dann haben wir es aber doch noch abgehalten. Ein Dieb sollte gerichtet werden und ein Gottesurteil sollte verlangt werden. Ich sollte für den Dieb kämpfen und Roger für den bestohlenen Händler. Roger und ich hatten vorher etwas geübt, um einen schönen Schaukampf hinlegen zu können, in dem ich glaubwüdig gewinnen würde. Tatsächlich fing es dann an in Strömen zu regnen und unser Schaukampf wurde ein wenig von vor dem Regen flüchtenden Menschen gestört. Aber am Ende gab es doch genügend Leute, die zusahen und einigen Applaus für die Beteiligten.
Danach war dann endlich Feierabend und wir konnten mal über den Markt schlendern, jede Menge Steak, Würstchen und Flammkuchen essen und zumindest körperlich relaxen. Geistig stand noch was wichtiges auf dem Programm. Denn wir wollten noch über die Stazungsgrundlagen und Richtlinien von Zeit der Schwerter reden. Eigentlich sind wir uns da sehr schnell einig über die Grundlagen gewesen. Uns war allen klar, dass wir eine Basis schaffen wollten, auf der grds. jeder mitmachen kann – egal ob Verein, IG oder einzelne Person. Rechtlich gab es da einiges zu bereden, aber auch da haben wir jetzt, denke ich, einen guten Ansatz gefunden, der in der nächsten Zeit ausgearbeitet werden soll
Danach haben wir dann endlich den Abend mit viel Bier und Met ausklingen lassen, bevor wir dann wieder sehr spät ins Bett gefallen sind
Am nächsten Tag gab es ein anderes Highlight (abgesehen vom Kämpfen). Roger kann gut reiten, hatte aber schon seit Jahren keine Gelegenheit mehr dazu. Was liegt also näher als den Veranstalter (der ja gleichzeitig Gestütsbesitzer ist), mal ganz ganz lieb zu fragen, ob er nicht mal reiten dürfe :D Und netterweise hat uns der Veranstalter das auch erlaubt. Auch hier noch mal ein ganz ganz dickes Dankeschön!!
Morgens um zehn sollte es gleich soweit sein. Ein schönes großes Pferd wurde für ihn rausgesucht und in die Reithalle geführt. Und dann gings auch schon gleich los. Das Pferd war auch ganz lieb und willig und Roger konnte froh durch die Halle traben
Und er macht doch ne tolle Figur, oder?
Ganz erstaunt war ich, als ich auch mal reiten durfte. Denn ich wollte es zwar immer lernen, kann aber gar nicht reiten. Ich hab auch nur mal auf nem kleinen Pony gesessen, bei so Ponyreit-Aktionen.
Aber da bin ich, oben auf dem Pferd und zwar sogar ganz ohne dass jemand das Pferd festhält! Cool, oder?
Hat auf jeden Fall super Spass gemacht :D Könnt ich häufiger machen
Als nächstes stand Kämpfen auf dem Plan. Diesmal waren wir nicht Teil des Turniers, sondern haben eine halbe Stunde die Bahn für uns gehabt. Wir haben uns entschieden ”Kill the Captain” zu spielen und danach einen Circle der Ehre zu machen. Das hat super Spass gemacht und war bestimmt die beste Kampfeinlage des Wochenendes! Danke nochmal an alle Beteiligten!
Danach hatten die Kämpfer eigentlich erstmal frei. Es gab nochmal die Greifvogelschau und das anschließende Ritterturnier. Diese Zeit haben einige genutzt noch ein wenig auf einer anderen Wiese zu kämpfen.
Hier Roger mit dem Anführer der freyen Söldnerschar zu Coellen…
… und hier der weitere Verlauf… jaja, mein Freund hat Spass daran andere Leute mit Stahlwaffen zu verdreschen
Zum Ende des Turniers hatten wir nochmal einen Einsatz und wollten noch eine kleine Showeinlage liefern, da einer der Ritter angeblich die Frau eines unserer Kämpfer beleidigt hatte. Aber der feine Herr hat sich dann irgendwie rausgeredet
Hier von rechts nach links die sechs ersten des Turniers, wobei der Turnierzweite der von uns herausgeforderte Ritter war….
Der Herr zur ganz linken war dann sogar noch so nett Roger nochmal reiten zu lassen, auch hier nochmal herzlichen Dank!
Und hier ist Roger sogar wirklich schnell die Bahn rauf und runter gesaust
Aber das Pferd war auch sehr müde, denn es hatte ja den ganzen Tag schon gute Diesnte geleistet und außerdem gerade erst von einer schweren Krankheit genesen, deswegen war es dann auch froh endlich Feierabend zu haben
Und den hatten wir dann auch. Haben alles eingepackt und uns von allen verabschiedet und haben uns auf den Weg nach Hause gemacht. Relativ lang hats gedauert, da wir in einen langen Stau geraten sind. Aber uns war es nicht so wichtig, hatten wir doch Montag frei
Abschließend kann ich mich nur wieder bei allen bedanken, die dieses Wochenende zu einem ganz wunderbaren gemacht haben und sagen, dass ich mich jetzt schon wieder auf nächstes Jahr freue!
ganz liebe Grüße,
Elsi