Der Stielstich ist ein schöner Umrandungsstich. Im Teppich von Bayeux wurde er zB. ausschließlich für die Umrandungen benutzt. Was auch belegt, dass es ein bereits im Mittelalter gebräuchlicher Stich war. Er heißt heute Stielstich, weil er sehr oft für die Darstellung von Pflanzenstielen benutzt wird.
Man kann den Stich auch ohne Rahmen arbeiten, aber wie bei den meisten Stichen (meiner Meinung nach) fällt es mit einfach leichter
Und nun gleich los mit der Beschreibung
Ihr beginnt, indem ihr von unten nach oben aus dem Stoff ausstecht, an der Stelle, an der ihr eure Linie beginnen wollt.
Das ist ein bedeutender Punkt, der Stielstich wird immer in Linien gearbeitet, gerade oder gebogen ist dabei nicht wichtig, für scharfe Kanten solltet ihr aber neu ansetzen.
Rechtshänder sollten den Stich immer von links nach rechts arbeiten, Linkshänder fänden es wahrscheinlich umgekehrt besser, aber mein Tut beschränkt sich auf die Rechtshändervariante.
Als nächstes stecht ihr auf eurer (gedachten) Linie etwas weiter rechts wieder in den Stoff ein und dann sofort wieder bei eurem ersten Ausstichspunkt wieder aus.
Nadel und Faden bleiben jetzt immer oben, ihr müsst also nicht mehr mit eurer Hand unter den Stoff.
Jetzt kommt auch der absolut entscheidende Punkt am Stielstich: Ihr müsst mit eurem Ausstichspunkt jetzt immer wieder beim letzten Ausstichspunkt sein! Wie hier links im Bild: Die Nadel kommt genau da wieder hoch, wo ihr zuvor ausgestochen habt. Das ist sehr wichtig, dadurch ergibt sich auf der Rückseite eine geschlossene Linie und nur so bekommt ihr auf der Vorderseite die Illusion einer gedrehten Kordel. Habt ihr Lücken sieht euere Linie auf der Vorderseite eckig aus und überhaupt nicht wie eine gedrehte Kordel.
Zieht die Nadel durch und den Faden fest.
Im Bild links ist die Nadel an dem Fadenstück das nach oben unter meinem Daumen weggeht. Der restliche Faden (den ihr jetzt festzieht) ist in der Schlaufe unten.
Ich glaube es ist grds. egal, ob ihr eure Schlaufen über oder (wie hier) unter der Nadel zieht, ihr solltet aber bei einer Variante bleiben! Wenn ihr also, wie hier, die Nadel nach oben wegbewegt sollte die Schlaufe unten frei sein und ihr solltet das bei jedem Stich so machen, dann bekommt ihr eine schöne gleichmäßige gedrehte Kordel.
So geht ihr jetzt immer weiter vor.
Hier könnt ihr nochmal sehen, dass ich etwas weiter rechts einsteche und wieder genau am vorherigen Endepunkt aussteche, um die Linie nicht zu unterbrechen.
Je gleichmäßiger eure Stiche sind (in Länge), umso schöner kommt die Kordel nachher raus.
Wenn ihr die Linie beenden wollt, dann stecht einfach genau am Endepunkt (wie im Bild links) ein, somit erhaltet ihr auch am Ende die perfekte Illusion der gedrehten Kordel
Wenn ihr Ecken arbeiten wollt (wie zB. bei den Hufen etwas weiter oben rechts im Bild), dann solltet ihre s so machen und jetzt wieder ganz nah bei diesem Punkt ausstechen und in die andere Richtung weiter arbeiten.
Wenn ihr aber Rundungen arbeiten wollt, dann hilft es in der “Kurve” kleinere Stiche zu arbeiten. Aber auch hier solltet ihr immer am Endepunkt wieder ausstechen, um die Linie nicht zu unterbrechen. Ihr setzt die Stiche einfach etwas schräg anstatt, wie vorher, gerade.
Hier könnt ihr jetzt den Stielstich nochmal von hinten sehen. Wie beschrieben ergibt sich eine durchgängige Linie, wenn ihr gut gearbeitet habt.
Um den Stich zu vernähen führt ihr einfach auf der Rückseite den Faden unter den Schlaufen der Stiche durch. Ihr durchstecht nicht den Stoff! Führt einfach den Faden im Zickzack unter den Stichen durch, ca. 4 bis 5 mal und dann schneidet den Faden direkt am Stoff ab
Der Stielstich ist nicht schwer, mit ein bisschen Übung geht er sogar ziemlich fix und sieht doch echt super aus, oder?
Damit hab ich mein Versprechen, die Anleitung zu überarbeiten eingelöst und ihr habt endlich eine korrekte Anleitung.
Ich hoffe sie ist gut verständlich und hilft!
liebe Grüße,
Elsi























