Stielstich Montag, Mai 30 2011 

Der Stielstich ist ein schöner Umrandungsstich. Im Teppich von Bayeux wurde er zB. ausschließlich für die Umrandungen benutzt. Was auch belegt, dass es ein bereits im Mittelalter gebräuchlicher Stich war. Er heißt heute Stielstich, weil er sehr oft für die Darstellung von Pflanzenstielen benutzt wird.

Man kann den Stich auch ohne Rahmen arbeiten, aber wie bei den meisten Stichen (meiner Meinung nach) fällt es mit einfach leichter :)

Und nun gleich los mit der Beschreibung :)

Ihr beginnt, indem ihr von unten nach oben aus dem Stoff ausstecht, an der Stelle, an der ihr eure Linie beginnen wollt.

Das ist ein bedeutender Punkt, der Stielstich wird immer in Linien gearbeitet, gerade oder gebogen ist dabei nicht wichtig, für scharfe Kanten solltet ihr aber neu ansetzen.

Rechtshänder sollten den Stich immer von links nach rechts arbeiten, Linkshänder fänden es wahrscheinlich umgekehrt besser, aber mein Tut beschränkt sich auf die Rechtshändervariante.

Als nächstes stecht ihr auf eurer (gedachten) Linie etwas weiter rechts wieder in den Stoff ein und dann sofort wieder bei eurem ersten Ausstichspunkt wieder aus.

Nadel und Faden bleiben jetzt immer oben, ihr müsst also nicht mehr mit eurer Hand unter den Stoff.

Jetzt kommt auch der absolut entscheidende Punkt am Stielstich: Ihr müsst mit eurem Ausstichspunkt jetzt immer wieder beim letzten Ausstichspunkt sein! Wie hier links im Bild: Die Nadel kommt genau da wieder hoch, wo ihr zuvor ausgestochen habt. Das ist sehr wichtig, dadurch ergibt sich auf der Rückseite eine geschlossene Linie und nur so bekommt ihr auf der Vorderseite die Illusion einer gedrehten Kordel. Habt ihr Lücken sieht euere Linie auf der Vorderseite eckig aus und überhaupt nicht wie eine gedrehte Kordel.

Zieht die Nadel durch und den Faden fest.

Im Bild links ist die Nadel an dem Fadenstück das nach oben unter meinem Daumen weggeht. Der restliche Faden (den ihr jetzt festzieht) ist in der Schlaufe unten.

Ich glaube es ist grds. egal, ob ihr eure Schlaufen über oder (wie hier) unter der Nadel zieht, ihr solltet aber bei einer Variante bleiben! Wenn ihr also, wie hier, die Nadel nach oben wegbewegt sollte die Schlaufe unten frei sein und ihr solltet das bei jedem Stich so machen, dann bekommt ihr eine schöne gleichmäßige gedrehte Kordel.

So geht ihr jetzt immer weiter vor.

Hier könnt ihr nochmal sehen, dass ich etwas weiter rechts einsteche und wieder genau am vorherigen Endepunkt aussteche, um die Linie nicht zu unterbrechen.

Je gleichmäßiger eure Stiche sind (in Länge), umso schöner kommt die Kordel nachher raus.

Wenn ihr die Linie beenden wollt, dann stecht einfach genau am Endepunkt (wie im Bild links) ein, somit erhaltet ihr auch am Ende die perfekte Illusion der gedrehten Kordel :)

Wenn ihr Ecken arbeiten wollt (wie zB. bei den Hufen etwas weiter oben rechts im Bild), dann solltet ihre s so machen und jetzt wieder ganz nah bei diesem Punkt ausstechen und in die andere Richtung weiter arbeiten.

Wenn ihr aber Rundungen arbeiten wollt, dann hilft es in der “Kurve” kleinere Stiche zu arbeiten. Aber auch hier solltet ihr immer am Endepunkt wieder ausstechen, um die Linie nicht zu unterbrechen. Ihr setzt die Stiche einfach etwas schräg anstatt, wie vorher, gerade.

Hier könnt ihr jetzt den Stielstich nochmal von hinten sehen. Wie beschrieben ergibt sich eine durchgängige Linie, wenn ihr gut gearbeitet habt.

Um den Stich zu vernähen führt ihr einfach auf der Rückseite den Faden unter den Schlaufen der Stiche durch. Ihr durchstecht nicht den Stoff! Führt einfach den Faden im Zickzack unter den Stichen durch, ca. 4 bis 5 mal und dann schneidet den Faden direkt am Stoff ab :)

Der Stielstich ist nicht schwer, mit ein bisschen Übung geht er sogar ziemlich fix und sieht doch echt super aus, oder?

Damit hab ich mein Versprechen, die Anleitung zu überarbeiten eingelöst und ihr habt endlich eine korrekte Anleitung.

Ich hoffe sie ist gut verständlich und hilft!

liebe Grüße,

Elsi :)

Ergänzungen Sticherklärungen… Samstag, Feb 14 2009 

Heute habe ich die Ergänzungen zu den Sticherklärungen gemacht, die ich euch schon lange versprochen habe.

Eine Schritt-für-Schritt-Erklärung findet ihr nun zum Stielstich und zum Kettstich.

Ich hoffe sie sind gut gelungen und helfen euch weiter.

liebe Grüße,

Elsi :)

The embroidery stitch bible Dienstag, Sep 16 2008 

Ein anderes Geschenk von meiner stickbegeisterten Freundin war dieses Buch:

“The Embroidery Stitch Bible” von Betty Barnden.

Das Buch stand eh ganz hoch auf meiner Wunschliste und ich hab mich wirklich super super super gerfeut! :D

Und meine Erwartungen in dieses Buch wurden nicht nur erfüllt sondern sogar übertroffen. Das Buch erklärt unglaublich viele Stiche und hat zu jedem Stich ein Foto vom fertigen Ergebnis und super leicht zu verstehende Skizzen von der Durchführung. Natürlich gibt es dazu auch noch einen Erklärungstext, aber den muss man sich fast schon nicht mehr durchlesen. Außerdem gibt es noch alternative Namen für Stiche und Tips der Autorin zur Durchführung. Gängige Varianten der Stiche werden auch erklärt.

Ebenfalls super gut finde ich den Index. Es gibt Übersichtsseiten mit allen Stichen, so dass man sich Stiche schnell raussuchen kann.

Und zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch Erklärungen zu grundsätzlichen Sachen, wie Stoffkunde, Nadelkunde oder Motivübertragung.

Kurz, ich find das Buch super-spitze! Wer nicht total mit Englisch auf dem Kriegsfuß steht, der sollte darüber nachdenken sich das Buch zu kaufen.

liebe Grüße,

Elsi :)

Knopflochstich Dienstag, Sep 16 2008 

Der Knopflochstich ist auch ein sehr alter Stich und daher durchaus “A”.

Grds. zum Versäubern von Stoffen verwendet (zB. bei Knopflöchern *g) ist er ein sehr nützlicher Stich, aber in gewissen Variationen kann man ihn durchaus auch als Zierstich für Umrandungen oder als einzelnes Gebilde verwenden.

Der Knopflochstich muss nicht mit einem Stickrahmen gearbeitet werden, speziell wenn man ihn als Versäuberungsstich verwendet, aber verwendet man ihn als Zierstich kann ein Rahmen wie immer nicht schaden ;)
Ein zählbarer Stoff ist auch nicht von nöten, aber ein gutes Augenmaß ist gerade bei einem gestreckten Knopflochstich sehr hilfreich (oder man nimmt tatsächlich ein Lineal zur Hand) oder man nimmt für solche Gelegenheiten halt doch einen zählbaren Stoff.

Hier einmal die Ausgangsposition:

Die beiden horizontalen Linien sind Hilfslinien, die weder Teil eines Musters sind noch euren Stoff darstellen sollen. Stellt euch viel mehr euren Stoff darunter vor, auf den ihr diese beiden Hilfslinien aufgezeichnet hättet (das könnte man übrigens mit einem wasserlöslichen Stift tatsächlich machen). Solltet ihr den Knopflochstich als Versäuberungsstich verwenden, dann wäre die untere Linie die Kante eures Stoffes. Die Linien sollten bei einem gleichmäßigen (kompackten oder gestreckten) Knopflochstich immer parallel sein. Wollt ihr etwas mehr spielerisches dann könntet ihr aus der oberen Linie zB. eine Wellenlinie machen und die untere so belassen. Oder ihr könnt in Kurven arbeiten und beide parrallel in Wellen oder Kreisen/Kurven laufen lassen.
Bei 1 solltet ihr von unten nach oben aus dem Stoff ausstechen. Dann ist euer Faden über der Stickarbeit. Bei 2 solltet ihr in den Stoff wieder einstechen und bei 3 wieder ausstechen. Die gestrichelte Linie soll verdeutlichen dass man grds. von 2 zu 3 im 90° Winkel zu den Hilfslinien arbeitet. Natürlich könnt ihr auch damit rumspielen und statt dessen Schräge Linien erzeugen. So behaltet dieses Grundmodel einmal im Kopf und schaut euch meine Fotoerklärung an…

Das ist der erste Schritt – (bei 1) von unten nach oben aus dem Stoff ausstechen.

Als nächstes (bei 2) wieder in den Stoff einstechen und (bei 3) danach wieder ausstechen. Es hilft wirklich sehr, wenn man wie hier die Nadel ein- und gleich wieder ausführt, anstatt zwei seperate Stiche zu machen. Und hier seht ihr nun auch das allerwichtigste dabei, was ich oben noch nicht erwähnt habe. Ihr müsst die Nadel über dem Faden lassen der auf der Stickarbeit liegt! Die Nadel darf keinesfalls unter dem Faden hergehen!

Denn….

…. wenn ihr jetzt den Faden durchzieht, dann bekommt ihr dieses Bild. Ein typischer Knopflochstich mit dem unteren Rand (mit dem ihr dann auch Stoff versäubern könnt). Hättet ihr die Nadel unter dem Faden durchgeführt, dann würdet ihr nur einzelne schräge Stiche bekommen, das wäre dann ein Gobelinstich/Überwendlingsstich geworden ;)

Jetzt fahrt ihr immer so fort, bis ihr mit eurer Stoffkante/Linie oder was ihr auch immer machen wolltet fertig seid. Hier kann man sehen, dass ich nicht ganz gleichmäßig gearbeitet habe, aber es gibt euch einen Eindruck davon wie das Bild am Ende aussehen würde. Dies ist übrigens ein gestreckter Knopflochstich. Bei einem kompackten würdet ihr die vertikalen Stiche dicht an dicht setzen.

So, ich hoffe euch wieder mal weiter geholfen zu haben. Wenn ihr noch Fragen habt… (ihr wisst schon, immer melden ;) )

liebe Grüße,

Elsi :)

Kettstich Donnerstag, Sep 4 2008 

Es gibt noch einen Stich, den ich bald brauchen werde und um euch die Wartezeit, bis ich am 15. wieder da bin zu verkürzen, dachte ich ich stell ihn euch schon mal vor :)

Hier geht es also um den Kettstich.
Der Kettstich ist einer der ältesten Stiche überhaupt – mag man gar nicht meinen, ist aber so ;)
Es ist also durchaus sehr “A” diesen Stich zu verwenden. Es gibt Funde, da wurde der Kettstich als Füllung verwendet, aber oft wurde er auch als Begrenzungsstich verwendet. Man kann ihn sogar als Grundlage für einen erhöhten Plattstich verwenden, wenn man zB. eine Reihe von Kettstichen arbeitet und dann einen Plattstich darüber.

Es ist denke ich, wie bei allen Stichen, hilfreich einen Stickrahmen zu verwenden, es ist aber nicht unbedint nötig. Ein zählbarer Stoff wird nicht benötigt.

Da es für mich mit Paint wiedermal relativ unmöglich wär eine gute Skizze zu erstellen, habe ich euch statt dessen eine hochwertige Erklärung herausgesucht :)
Schaut euch diese Schritt-für-Schritt Erklärung von Coats mal an. Ich finde es ist sehr gut erklärt. Am Anfang sieht es etwas erschreckend aus, aber es ist wirklich nicht so wild :)
Das Beispiel oben auf der Seite ist ziemlich weit gearbeitet. Natürlich könnt ihr den Kettstich auch enger arbeiten, dann sieht es fast aus wie eine gestrickte Maschenreihe finde ich :)

Ich hoffe ihr kommt mit der Erklärung klar, bei Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.

Edit 14.02.2009: Ich habe für euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Kettstich erstellt und  hoffe sie wird euch weiter helfen.

Stecht von unten nach oben aus dem Stoff aus.

Nun legt mit dem Faden eine Schlaufe unter der Stelle wo ihr ausgestochen habt. Stecht mit der Nadel nochmal genau in die Stelle ein aus der ihr ausgestochen habt und unterhalb dieser stelle gleich wieder aus. Wie weit ihr unterhalb wieder ausstecht bestimmt wie groß eure Kettenglieder werden. Beachtet dabei unbedingt, dass die Nadel über eurer gelegten Schlaufe bleiben muss!

Nun zieht fest und ihr werdet sehen, dass sich das erste Kettenglied bildet. Wie fest ihr zieht bestimmt die Breite eures Kettengliedes. Wenn ihr ganz fest zieht sieht es fast aus wie ein Spaltstich.
Stecht nun wieder genau in die Stelle ein, aus der ihr zuletzt ausgestochen habt und etwas weiter unten wieder aus. Versucht den Abstand gleichmäßig zu halten, ebenso die Stäkre mit der ihr die Stiche festzieht, so ergeben sich schöne gleichmäßige Kettenglieder.

Zieht wieder fest und bildet so das nächste Kettenglied.

So fahrt ihr jetzt immer weiter fort bis eure Kette fertig ist. Hier sieht man meine Kettenglieder sind nicht alle schön gleichmäßig ;)

Als letztes befestigt ihr das letzte Kettenglied mit einem kleinen Stich über den unteren Rand. So hält es und zieht sich nicht später zusammen.

Und fertig ist eure Kette :)

liebe Grüße,

Elsi :)

Langer und kurzer Stich Mittwoch, Sep 3 2008 

Für meine Stickerei des Wappens Kelly benötige ich noch einen neuen Stich. Ich hatte zwar schon eine ähnliche Vorstellung wie ich es machen wollte und hätte ggf. einfach mal rumprobiert, aber dann hab ich in meinem neuen Buch diesen Stich gefunden :D

Ich weiß nicht, ob es im Deutschen einen anderen Namen für diesen Stich gibt, da das Buch ja in Englisch ist, habe ich den Namen einfach mal direkt übersetzt.

Nun aber zur Ausführung. :)

Ihr solltet für den Stich auf jeden Fall einen Stickrahmen verwenden um den Stoff gut zu spannen. Ein zählbarer Stoff ist sehr hilfreich bei der Ausführung, aber mit einem relativ guten Augenmaß denke ich kann man ihn auf jedem Untergrund arbeiten.

Als erstes arbeitet ihr eine Reihe von kurzen und langen Stichen um die Oberseite eurer auszustickenden Form herum. Dabei arbeitet ihr die Stiche wie einen Plattstich, nur dass ihr nicht über die ganze Weite der Form geht. Wenn ihr also ganz rechts anfangen würdet, also oben an der Kante ausstechen, den langen Stich machen und dann wieder oben an der Kante gleich neben dem ersten Stich ausstechen und nun einen kurzen Stich machen. Und dann natürlich immer so weiter bis ihr die Rundung schön geformt habt, oder wenn ihr eine rechteckige Fläche habt, bis ihr an der anderen Seite angekommen seid. Auch hier wieder der Hinweis, die Zwischenräume auf meiner Skizze sind nur zur Verdeutlichung, ihr solltet die Stiche so nah wie möglich beieinander setzen, damit nachher der Stoff nicht mehr zu sehen ist.

Als nächstes arbeitet ihr die zweite Reihe und zwar immer da, wo ihr einen kurzen Stich gemacht habt, macht ihr nun einen langen Stich darunter, um die versetzte Optik fortzuführen. Dabei solltet ihr am besten aus dem selben Loch ausstechen, in das ihr beim kurzen Stich eingestochen habt, um eine dichte Fläche zu erzeugen.
Und so fahrt ihr jetzt immer fort bis ihr die Fläche gefüllt habt.

Mit diesem Stich kann man auch gut Schattierungen arbeiten. Fangt zB. die erste Reihe in einer dunklen Farbe an und werdet dann mit jeder Reihe ein wenig heller und ihr werdet einen fließenden Übergang bekommen.

Das Resultat sieht wohl ungefähr so aus wie die versenkte Anlegetechnik, ist aber völlig anders gearbeitet und verbraucht auch mehr Faden.

Ich hoffe ihr werdet Spass haben diesen Stich zu arbeiten, solltet ihr noch Fragen haben, dann stehe ich natürlich wie immer bereit :)

liebe Grüße,

Elsi :)

Glücklicher Fund – The complete Stitch encyclopedia Dienstag, Sep 2 2008 

Beim Durchstöbern unserer Bücher hab ich einen super Fund gemacht. Mein Freund hat sich mal ein Buch über Stickstiche gekauft, aber inzwischen vollkommen vergessen das es sich in seinem Besitz befand und mir war es bisher gar nicht aufgefallen… Ich hab mich so gefreut und gleich drin rumgeblättert. Ich hab mich sofort in dieses Buch verliebt und mein Schatzi hat es mir geschenkt *bussi*

Das Buch ist super! Es zeigt zu jedem Stich Bilder wie er auszuführen ist und hat zusätzlich eine Erklärung wie man den Stich ausführt, Hintergrundwissen und Vorschläge für den Gebrauch.

Das Buch ist allerdings in Englisch und ich weiß nicht, ob es auch in Deutsch erhältlich ist.

Das Buch heißt “The Complete Stitch Encyclopedia” von Jan Eaton.

liebe Grüße,

Elsi :)

Blindlochstich Donnerstag, Jun 12 2008 

So, da ich ja bald noch die Nestellöcher für die Schnürung der Gunst machen muss, dachte ich, ich erkläre euch schonmal im Voraus wie das funktioniert :D

Für solche Löcher eignet sich der Blindlochstich besonders, da er ein rundes Loch schafft.

Er ist nicht schwer zu arbeiten und nachher sehr stabil. Außerdem ist er ein bereits im Mittelalter bekannter Stich und somit authentisch :)

Hier also die Anleitung Schritt für Schritt:

Als erstes müsst ihr euer Loch markieren. Dafür stickt ihr einen Kreis mit Vorstichen vor. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn er hält euer Loch in Form.

Als nächstes schneidet ihr in die Mitte eures Kreises ein Loch. Am besten in Form eines Kleinen Kreuzchens.

Jetzt kommt der entscheidende Schritt, indem ihr die Umrandung des Loches fertigt und das Loch quasi aufzieht.

Als erstes stecht ihr bei 1 von unten nach oben aus. Es ist sehr wichtig, dass ihr immer von innen nach außen arbeitet, denn als nächstes führt ihr die Nadel über eure Vorstiche und durch das aufgeschnittene Kreuzchen (ihr hättet also hier gar keine Möglichkeit irgendwo ein oder auszustechen). Habt ihr die Nadel wieder unter der Stickarbeit stecht ihr als nächstes knapp neben 1 bei 3 wieder aus und fahrt von hier aus immer so fort, bis ihr einmal im Kreis rum seid. Arbeitet so dicht wie möglich. Der Abstand in meinem Schema ist nur zur Verdeutlichung der Arbeitsweise und auch zum Andeuten der Rundung. Punkt 2 zeigt an, wie der Faden nach dem Ausstechen bei 3 und dem Durchziehen des Fadens aussehen wird. Wie oben beschrieben wird dort  nicht ein oder ausgestochen, ihr zieht den Stoff dort nur auf.

Insgesamt ist der Blindlochstich also eigentlich ein Plattstich um eine Kante herum.

Ich hoffe das hilft euch ein paar Nestellöcher zu fertigen. Bei Fragen wie immer melden :D

liebe Grüße,

Elsi :)

Anlegetechnik Mittwoch, Mai 28 2008 

Die Anlegetechnik ist eine bereits im Mittelalter gebräuchliche Sticktechnik.Dabei geht es darum, von dem Faden, der auf der Oberseite sichtbar ist, so wenig wie möglich zu verbrauchen. Meistens weil es sich bei dem Faden an der Oberfläche um Goldfäden handelte, die natürlich sehr teuer waren.

Der Faden wird also auf der Oberseite angelegt und dann mit Haltestichen fixiert.
Kommt euch bekannt vor? Ja, das ist richtig. Klosterstich und Bayeux-Stich sind auch Sonderformen der Anlegetechnik :) Besonderheit bei der reinen Anlegetechnik: Man muss zwingend mit zwei Fäden arbeiten, wohingegen man beim Klosterstich unbedingt und beim Bayeux-Stich je nach Arbeitsweise auch mit nur einem Faden arbeiten konnte.

Wir brauchen für die Anlegetechnik auf jeden Fall einen gespannten Stoff, zählbar muss er nicht sein.

Die reine Anlegetechnik gibt es in zwei Variationen: oberflächliche Anlegetechnik oder versenkte Anlegetechnik.

Oberflächliche Anlegetechnik:

Bei der oberflächlichen Anlegetechnik wird der Faden von 1 nach 2 an den Stoff angelegt, der Stoff wird also eigentlich nicht durchstochen, denn der Faden bleibt komplett an der Oberfläche. Um einen sauberen Anfang hinzubekommen, habe ich allerdings schon von unten nach oben ausgestochen.

Jetzt braucht man einen zweiten Faden, mit dem man den angelegten Grundfaden fixiert. Wie man ihn letztendlich fixiert, also ob dabei ein Muster rauskommt oder nicht, ist dabei ganz euch überlassen. Ihr solltet aber natürlich darauf achten, dass das ganze danach stabil ist.

Man macht also einen kleinen Stich von 1 nach 2 über den Grundstich, um ihn zu fixieren. Dies wiederholt man so oft, bis der Faden insgesamt gut fixiert ist. Danach legt man den nächsten Grundfaden an, direkt neben dem ersten, so dass der Stoff darunter möglichst gar nicht zu sehen ist und arbeitet dann wieder mit seinem Fixierstich darüber.
Das alles wiederholt man so lange, bis die ganze Fläche gefüllt ist.

Diese Technik nennt sich oberflächliche Anlegetechnik, weil der Fixierfaden auf der Oberfläche sichtbar wird.

Versenkte Anlegetechnik:

Die versenkte Anlegetechnik funktioniert erstmal ähnlich. Wir brauchen den Grundfaden, der auf der Oberfläche angelegt wird und einen zweiten Fixierfaden. Der große Unterschied besteht darin, dass der Fixierfaden diesmal nicht auf der Oberfläche zu sehen sein soll.

Man geht also wie folgt vor:

Man legt den Faden wieder von 1 nach 2 an den Stoff an.

Jetzt sticht man mit seinem Fixierfaden auch wieder von unten nach oben aus und geht mit seinem Fixierfaden über den Grundfaden. Aber diesmal sticht man in genau das selbe Loch, aus dem man ausgestochen hat, auch wieder ein! Das ist sehr wichtig. In meiner Skizze ist rot der Grundfaden und grün der Fixierfaden, der über den Grundfaden geführt wird.

Und jetzt zieht man an dem Fixierfaden und bringt so den angelegten Faden unter den Stoff. Dadurch wird der angelegte Faden versenkt und der Fixierfaden ist nicht an der Oberseite zu sehen.

Diese Fixierung wiederholt man natürlich auch so oft, bis der Faden gut fixiert ist.

Bei der nächsten Reihe sollte man versetzt arbeiten. Im Mittelalter war es üblich durch die versenkte Anlegetechnik quasi ein Backsteinmuster zu erzeugen.

Ich hoffe diese Erklärung ist verständlich und ihr könnt so auch Stickereien in der Anlagetechnik fertigen.

Sollte noch irgendetwas unklar sein, wie immer gilt: Ich freue mich über eure Fragen :)

liebe Grüße,

Elsi :)

Vorstich Freitag, Mai 16 2008 

Der Vorstich ist wirklich ganz ganz einfach.

Er benötigt keinen zählbaren Stoff, sondern kann auf jedem Material garbeitet werden, außerdem ist es meiner Meinung nach eigentlich mehr ein Nähstich, da man ihn gut für einfache Nähte benutzen kann (und im Mittelalter auch benutzt hat). Man kann ihn also auch ohne Stickrahmen arbeiten, wenn es die Umstände zulassen. Man muss beim Vorstich aufpassen, dass man den Stoff nicht zusammenzieht, also den Stoff immer schön gleichmäßig halten.

Er eignet sich besonders gut um Motive auf zB. dunklen Stoff zu übertragen, da er sehr schnell zu arbeiten ist und sich nachher auch wieder gut auftrennen lässt.

Jetzt zur Technik:

Der Vorstich heißt nicht umsonst so ;)
Beim Vorstich bewegt man die Nadel immer nach vorne.
Bei 1 ausstechen und bei 2 wieder einstechen. Danach bei drei wieder von unten nach oben ausstechen und bei 4 wieder ein. Und immer so weiter, der Linie die man nachsticken will hinterher oder einfach die Naht entlang. Wie immer man den Stich gerade verwendet.

Einfacher gehts doch nicht mehr, oder? :D

ganz liebe Grüße,

Elsi :)

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