Der Knopflochstich ist auch ein sehr alter Stich und daher durchaus “A”.
Grds. zum Versäubern von Stoffen verwendet (zB. bei Knopflöchern *g) ist er ein sehr nützlicher Stich, aber in gewissen Variationen kann man ihn durchaus auch als Zierstich für Umrandungen oder als einzelnes Gebilde verwenden.
Der Knopflochstich muss nicht mit einem Stickrahmen gearbeitet werden, speziell wenn man ihn als Versäuberungsstich verwendet, aber verwendet man ihn als Zierstich kann ein Rahmen wie immer nicht schaden 
Ein zählbarer Stoff ist auch nicht von nöten, aber ein gutes Augenmaß ist gerade bei einem gestreckten Knopflochstich sehr hilfreich (oder man nimmt tatsächlich ein Lineal zur Hand) oder man nimmt für solche Gelegenheiten halt doch einen zählbaren Stoff.
Hier einmal die Ausgangsposition:
Die beiden horizontalen Linien sind Hilfslinien, die weder Teil eines Musters sind noch euren Stoff darstellen sollen. Stellt euch viel mehr euren Stoff darunter vor, auf den ihr diese beiden Hilfslinien aufgezeichnet hättet (das könnte man übrigens mit einem wasserlöslichen Stift tatsächlich machen). Solltet ihr den Knopflochstich als Versäuberungsstich verwenden, dann wäre die untere Linie die Kante eures Stoffes. Die Linien sollten bei einem gleichmäßigen (kompackten oder gestreckten) Knopflochstich immer parallel sein. Wollt ihr etwas mehr spielerisches dann könntet ihr aus der oberen Linie zB. eine Wellenlinie machen und die untere so belassen. Oder ihr könnt in Kurven arbeiten und beide parrallel in Wellen oder Kreisen/Kurven laufen lassen.
Bei 1 solltet ihr von unten nach oben aus dem Stoff ausstechen. Dann ist euer Faden über der Stickarbeit. Bei 2 solltet ihr in den Stoff wieder einstechen und bei 3 wieder ausstechen. Die gestrichelte Linie soll verdeutlichen dass man grds. von 2 zu 3 im 90° Winkel zu den Hilfslinien arbeitet. Natürlich könnt ihr auch damit rumspielen und statt dessen Schräge Linien erzeugen. So behaltet dieses Grundmodel einmal im Kopf und schaut euch meine Fotoerklärung an…
Das ist der erste Schritt – (bei 1) von unten nach oben aus dem Stoff ausstechen.
Als nächstes (bei 2) wieder in den Stoff einstechen und (bei 3) danach wieder ausstechen. Es hilft wirklich sehr, wenn man wie hier die Nadel ein- und gleich wieder ausführt, anstatt zwei seperate Stiche zu machen. Und hier seht ihr nun auch das allerwichtigste dabei, was ich oben noch nicht erwähnt habe. Ihr müsst die Nadel über dem Faden lassen der auf der Stickarbeit liegt! Die Nadel darf keinesfalls unter dem Faden hergehen!
Denn….
…. wenn ihr jetzt den Faden durchzieht, dann bekommt ihr dieses Bild. Ein typischer Knopflochstich mit dem unteren Rand (mit dem ihr dann auch Stoff versäubern könnt). Hättet ihr die Nadel unter dem Faden durchgeführt, dann würdet ihr nur einzelne schräge Stiche bekommen, das wäre dann ein Gobelinstich/Überwendlingsstich geworden
Jetzt fahrt ihr immer so fort, bis ihr mit eurer Stoffkante/Linie oder was ihr auch immer machen wolltet fertig seid. Hier kann man sehen, dass ich nicht ganz gleichmäßig gearbeitet habe, aber es gibt euch einen Eindruck davon wie das Bild am Ende aussehen würde. Dies ist übrigens ein gestreckter Knopflochstich. Bei einem kompackten würdet ihr die vertikalen Stiche dicht an dicht setzen.
So, ich hoffe euch wieder mal weiter geholfen zu haben. Wenn ihr noch Fragen habt… (ihr wisst schon, immer melden ;) )
liebe Grüße,
Elsi