Hubbel auf der Rückseite? Dienstag, Jun 10 2008 

So und einen Tip zum Nadeln hab ich auch mal wieder. :)

Da ich mit der Daumenfesselmethode arbeite haben meine Schlaufen logischer Weise immer Daumenbreite. Auf der Vorderseite bekommt man damit auch egal bei welcher Fadenstärke ein schönes gleichmäßiges Maschenbild.

Die Rückseite kann aber Hubbel haben, so wie hier:

Dadurch wird die Rückseite unschön. Vielleicht möchte man sie trotzdem behalten, denn mehr Wärme könnte so ein Stück spenden, jedoch verbraucht es natürlich auch viel mehr Faden.

Diese Hubbel entstehen bei dünnerem Garn, wenn man eine neue Schlaufe bildet…

… weil die alte Schlaufe, die man zwischen Daumen  und Zeigefinger gehalten hat zu groß war, oder der Daumen zu dick :D

Aber man kann sie ganz einfach los werden!

Nachdem man die neue Schlaufe genadelt hat und bevor man den kompletten Faden durchzieht und die neue Schlaufe am Daumen anzieht, liegt immer noch die alte Schlaufe über dem Daumen – hier die obere. An dieser zieht man jetzt links, bis der Hubbel verschwunden ist und sich dort eine feste Schlaufe gebildet hat. Aber Achtung, nicht zu fest ziehen, sonst wird das Nadeln nachher schwierig.

Als nächstes an der ganz neuen Schlaufe (noch sehr locker, weil ja noch nicht fertig gebildet) links ziehen – hier die untere, bis die alte Schlaufe wieder fest über dem Daumen liegt – hier die obere.

Jetzt die alte Schlaufe hochschieben, so dass man sie zwischen Zeigefinger und Daumen festhält und die neue Schlaufe am Daumen festziehen. Und siehe da, wieder Ausgangsstellung :D

So bekommt ihr auch auf der Rückseite ein schönes, festes und gleichmäßiges Gewebe.

liebe Grüße,

Elsi :)

Eine neue Reihe ansetzen Donnerstag, Mar 13 2008 

Eine neue Reihe, um zB. Treppen auszugleichen, anzusetzen ist ganz einfach.

Wir brauchen unsere Ausgangsposition vor jedem Stich, also eine Schlaufe über dem Daumen, eine zwischen Daumen und Zeigefinger und den Faden,der aus der Schlaufe über dem Daumen rauskommt.

Dafür suche ich mir einfach die Schlaufe bei der ich anfangen will. Dann ziehe ich durch diese Schlaufe von hinten meinen Faden durch.

Ich halte den Faden von hinten fest, damit er nicht wieder raus rutscht und schiebe meinen Daumen in die Schlaufe bis die Schlaufe schön über meinem Daumen liegt. Und nun nehme ich mir nur noch die Schlaufe davor und halte sie zwischen Daumen und Zeigefinger fest. Jetzt hab ich schon wieder meine Ausgangspostion und nadel einfach weiter, so als wär ich in einer ganz normalen Reihe.

So einfach ist das :)

Das Problem mit dem endlichen Faden… Mittwoch, Mar 12 2008 

Wie schon erwähnt nadelt man ja mit einem endlichen Faden, dh. also nach ner Weile ist er vernadelt und quasi alle…

Problem? Natürlich nicht :P

Wenn man mit filzender Wolle arbeitet, dann ist es ganz einfach ein neues Stück Faden anzusetzten. Einfach das Ende vom alten Faden und den Anfang vom Neuen etwas aufdröseln zusammen legen und dann gut reiben bis es sich verfilzt.

Schwierig wird es nur, wenn mann keine filzende Wolle benutzt. Aber auch dafür gibt es eine einfache Lösung, für die man nicht mehr als die Nadel braucht, mit der man eh schon arbeitet.

Wenn mein Faden langsam zu Ende geht, dann steche ich mit meiner Nadel durch den Faden durch

Durch die Schlaufe lege ich mein neues Fadenende.

Nun ziehe ich den Faden durch und habe mein neues Fadenende in einer Schlaufe gefangen.

Als nächstes steche ich durch den neuen Faden durch und fädel das andere Fadenende auf.

Jetzt zieh ich wieder durch und habe zwei Fadenenden ineinander verschlungen.

Nun kann ich einfach das neue lange Fadenende auf die Nadel ziehen und weiter nadeln. In meiner Nadelarbeit sieht man nachher höchstens kleine Fadenenden, aber die kann ich dann auch getrost abschneiden. Die dickere Stelle sieht man gar nicht.

Es ist also eine schnelle und einfache Lösung auch bei nicht filzender Wolle einen neuen Faden anzusetzen.

liebe Grüße,

Elsi :)

Edit 27.09.2010: Diese Methode wird durchaus auch im Stricken benutzt und nennt sich (zumindest im Englischen) Russian Joint.

Aus der Rosette nadeln im Oslo Stich – Schritt für Schritt Dienstag, Mar 11 2008 

So, hier also meine versprochene Anleitung zum Nadelbinden.

Edit 26.08.2008: Ich habe endlich herausgefunden um welchen Stich es sich handelt. Der hier beschriebene Stich ist der Oslo-Stich, Notation UO/UOO. Ein “U” steht jeweils immer dafür eine Schlaufe von unten zu passieren, also für drunter (under) und ein O immer dafür eine Schlaufe von oben zu passeiren, also für drüber (over). Da wir bei der Daumenfesslungsmethode aber anders auf unsere Nadelarbeit gucken lässt es sich nicht immer so genau übersetzen. Der “/” entspricht immer dem Richtungswechsel. Ich mache noch weitere Edits, um den Stich genauer zu erklären.

Ich mache momentan einen Mix aus Freihand- und Daumenfesselmethode, also nicht wundern ;) Aber es funktioniert recht gut und das ist doch was am Anfang zählt :)

Als erstes müssen wir eine Rosette erzeugen. Dafür geh ich genau, wie bei Flinkhand beschrieben vor. Als erstes legen wir eine große Schlaufe um unsere Hand. Das Fadenende ist links, die Nadel rechts.

Den Schnittpunkt halte ich zwischen Daumen und Zeigefinger fest und nadel die erste Schlaufe indem ich mit der Nadel unter der großen Schlaufe durchgehe.

Als nächstes gehe ich mit der Nadel wieder unter der großen Schlaufe von rechts durch

Steche dann nach dem Überkreuzen der Großen Schlaufe durch die kleine, die ich gerade gemacht habe

Und ziehe den Faden dann vor dem obersten Fadenstück durch.

Dann habe ich zwei Schlaufen, die so aussehen.

Nach dem selben Schema gehe ich jetzt immer wieder vor und setze eine Reihe von Schlaufen um meine Große Schlaufe.

Wieviele bleibt da relativ euch überlassen. Flinkhand empfiehlt zwischen acht und 15. Für den Anfang solltet ihr darauf achten, dass ihr nicht zu feste nadelt, das macht die Sache einfacher. Wenn ihr dann eure festgelegte Anzahl an Schlaufen habt, zieht ihr am Fadenende (das ohne Nadel!) und zieht die Rosette zusammen.

Damit wäre der erste Schritt geschafft – die Rosette ist da.

Jetzt wechseln wir zur Daumenfesselmethode. Dafür nehm ich meine letzte Schlaufe (das ist die, aus der das Fadenende mit der Nadel dran rauskommt) und schiebe meinen Daumen rein.

Der Faden sollte dabei links vom Daumen bleiben. Als nächstes nehme ich die Schlaufe davor und halte sie zwischen Zeigefinger und Daumen fest. Das ist die Ausgangsposition. von nun an.

Und jetzt beginnen wir auch schon mit dem Stich. Er beginnt immer gleich. Ich steche in die Schlaufe vorher/rechts von der wo der Daumen drin steckt von unten ein (also hier die aller erste Schlaufe, die ich genadelt habe).

Dann steche ich in gleicher Richtung auch in die Schlaufe ein, die ich mit Daumen und Zeigefinger festhalte.

Edit: Das entspricht dem “UO”.

Nun kehre ich die Richtung um und steche in anderer Richtung in die Schlaufe ein, die über meinem Daumen liegt.

Edit: Der Richtungswechsel entspricht dem “/”. Durch den Richtungswechsel passiere ich die gleiche Schlaufe ja eigentlich zwei mal. Einmal steche in von vorne durch sie durch und dann drehe ich die Nadel und gehe von hinten über sie drüber. Das entspricht dann dem nächsten “U”. Wir sind jetzt also bei UO/U. Das Durchstechen von hinten durch die Daumenschlaufe entspricht dem nächsten “O”, also sind wir bei UO/UO.

Und als letztes steche ich auch unter den Faden, der links an meinem Daumen runter hängt.

Edit: Das entspricht wieder einem “O”. Wir haben also unseren Oslo-Stich UO/UOO vollendet.

Jetzt ist der Stich eigentlich schon fertig, aber ich muss den Faden ja noch durchziehen. Jetzt kommt ein kleiner Trick, denn wie man sehen kann müsste ich den Faden jetzt nach links ziehen und das ist eine etwas unnatürliche Bewegung. Deswegen drehe ich meine Hand vom Körper weg

und kann nun meinen Faden gewohnt nach rechts durchziehen. Dabei lasse ich die Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger los, damit ich ungestört ziehen kann.

Ich ziehe soweit bis über meinem Daumen zwei Schlaufen liegen. Die alte Schlaufe, durch die ich grad gestochen habe, schön fest angezogen und die neue, die ich gerade im Begriff bin zusammen zu ziehen.

Jetzt schiebe ich die alte Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehe die neue fest über meinen Daumen.

Damit sieht es jetzt wieder aus wie vor meinem ersten Stich, nur dass ich eine Schlaufe weiter bin.

Und so geht es jetzt auch eigentlich schon immer weiter. Das wars! Nadelbinden gelernt :D

Das einzige was es noch zu beachten gilt ist das Zunehmen. Wir fangen ja aus einer Rosette heraus an. Wenn ich jetzt einfach immer die nächste Schlaufe nadel, dann bekomme ich einen sehr dünnen Schlauch, weil ich keine Schlaufen zunehme. Sollte ich für diesen dünnen Schlauch keine Verwendung haben und statt dessen lieber eine größere Grundfläche wollen, bin ich gezwungen Schlaufen zuzunehmen.

Dies bewerkstellige ich, indem ich nun als nächstes nicht die “freie” Schlaufe nehme, sondern die, die ich gerade schonmal vernadelt habe. Um das ein bisschen verständlicher zu machen habe ich hier nochmal ein Foto gemacht.

Links (direkt neben meinem Daumen) ist die Schlaufe, in die ich zuvor eingestochen habe, um eine neue Schlaufe zu nadeln (die allererste Schlaufe). Sie ist nun links eingebunden und nicht mehr “frei”, weil sie ja schon vernadelt wurde. Rechts ist die “freie” Schlaufe, sie ist noch nicht vernadelt. Will ich einfach nur rund rum nadeln nehme ich immer die nächste “freie” Schlaufe und bekomme einen Schlauch. Will ich zunehmen vernadel ich die selbe Schlaufe mehrmals. Will man am Anfang schnell zunehmen, dann sollte man direkt jede Schlaufe zwei mal vernadeln, also pro Schlaufe eine zunehmen.

Ich hoffe meine Anleitung hilft euch auch Nadelbindgewebe herzustellen und war für euch verständlich. Solltet ihr noch Fragen haben, stehe ich natürlich wie immer zur Verfügung :)

ganz liebe Grüße,

Elsi :)

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