So, hier also meine versprochene Anleitung zum Nadelbinden.
Edit 26.08.2008: Ich habe endlich herausgefunden um welchen Stich es sich handelt. Der hier beschriebene Stich ist der Oslo-Stich, Notation UO/UOO. Ein “U” steht jeweils immer dafür eine Schlaufe von unten zu passieren, also für drunter (under) und ein O immer dafür eine Schlaufe von oben zu passeiren, also für drüber (over). Da wir bei der Daumenfesslungsmethode aber anders auf unsere Nadelarbeit gucken lässt es sich nicht immer so genau übersetzen. Der “/” entspricht immer dem Richtungswechsel. Ich mache noch weitere Edits, um den Stich genauer zu erklären.
Ich mache momentan einen Mix aus Freihand- und Daumenfesselmethode, also nicht wundern ;) Aber es funktioniert recht gut und das ist doch was am Anfang zählt
Als erstes müssen wir eine Rosette erzeugen. Dafür geh ich genau, wie bei Flinkhand beschrieben vor. Als erstes legen wir eine große Schlaufe um unsere Hand. Das Fadenende ist links, die Nadel rechts.
Den Schnittpunkt halte ich zwischen Daumen und Zeigefinger fest und nadel die erste Schlaufe indem ich mit der Nadel unter der großen Schlaufe durchgehe.
Als nächstes gehe ich mit der Nadel wieder unter der großen Schlaufe von rechts durch
Steche dann nach dem Überkreuzen der Großen Schlaufe durch die kleine, die ich gerade gemacht habe
Und ziehe den Faden dann vor dem obersten Fadenstück durch.
Dann habe ich zwei Schlaufen, die so aussehen.
Nach dem selben Schema gehe ich jetzt immer wieder vor und setze eine Reihe von Schlaufen um meine Große Schlaufe.
Wieviele bleibt da relativ euch überlassen. Flinkhand empfiehlt zwischen acht und 15. Für den Anfang solltet ihr darauf achten, dass ihr nicht zu feste nadelt, das macht die Sache einfacher. Wenn ihr dann eure festgelegte Anzahl an Schlaufen habt, zieht ihr am Fadenende (das ohne Nadel!) und zieht die Rosette zusammen.
Damit wäre der erste Schritt geschafft – die Rosette ist da.
Jetzt wechseln wir zur Daumenfesselmethode. Dafür nehm ich meine letzte Schlaufe (das ist die, aus der das Fadenende mit der Nadel dran rauskommt) und schiebe meinen Daumen rein.
Der Faden sollte dabei links vom Daumen bleiben. Als nächstes nehme ich die Schlaufe davor und halte sie zwischen Zeigefinger und Daumen fest. Das ist die Ausgangsposition. von nun an.
Und jetzt beginnen wir auch schon mit dem Stich. Er beginnt immer gleich. Ich steche in die Schlaufe vorher/rechts von der wo der Daumen drin steckt von unten ein (also hier die aller erste Schlaufe, die ich genadelt habe).
Dann steche ich in gleicher Richtung auch in die Schlaufe ein, die ich mit Daumen und Zeigefinger festhalte.
Edit: Das entspricht dem “UO”.
Nun kehre ich die Richtung um und steche in anderer Richtung in die Schlaufe ein, die über meinem Daumen liegt.
Edit: Der Richtungswechsel entspricht dem “/”. Durch den Richtungswechsel passiere ich die gleiche Schlaufe ja eigentlich zwei mal. Einmal steche in von vorne durch sie durch und dann drehe ich die Nadel und gehe von hinten über sie drüber. Das entspricht dann dem nächsten “U”. Wir sind jetzt also bei UO/U. Das Durchstechen von hinten durch die Daumenschlaufe entspricht dem nächsten “O”, also sind wir bei UO/UO.
Und als letztes steche ich auch unter den Faden, der links an meinem Daumen runter hängt.
Edit: Das entspricht wieder einem “O”. Wir haben also unseren Oslo-Stich UO/UOO vollendet.
Jetzt ist der Stich eigentlich schon fertig, aber ich muss den Faden ja noch durchziehen. Jetzt kommt ein kleiner Trick, denn wie man sehen kann müsste ich den Faden jetzt nach links ziehen und das ist eine etwas unnatürliche Bewegung. Deswegen drehe ich meine Hand vom Körper weg
und kann nun meinen Faden gewohnt nach rechts durchziehen. Dabei lasse ich die Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger los, damit ich ungestört ziehen kann.
Ich ziehe soweit bis über meinem Daumen zwei Schlaufen liegen. Die alte Schlaufe, durch die ich grad gestochen habe, schön fest angezogen und die neue, die ich gerade im Begriff bin zusammen zu ziehen.
Jetzt schiebe ich die alte Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehe die neue fest über meinen Daumen.
Damit sieht es jetzt wieder aus wie vor meinem ersten Stich, nur dass ich eine Schlaufe weiter bin.
Und so geht es jetzt auch eigentlich schon immer weiter. Das wars! Nadelbinden gelernt
Das einzige was es noch zu beachten gilt ist das Zunehmen. Wir fangen ja aus einer Rosette heraus an. Wenn ich jetzt einfach immer die nächste Schlaufe nadel, dann bekomme ich einen sehr dünnen Schlauch, weil ich keine Schlaufen zunehme. Sollte ich für diesen dünnen Schlauch keine Verwendung haben und statt dessen lieber eine größere Grundfläche wollen, bin ich gezwungen Schlaufen zuzunehmen.
Dies bewerkstellige ich, indem ich nun als nächstes nicht die “freie” Schlaufe nehme, sondern die, die ich gerade schonmal vernadelt habe. Um das ein bisschen verständlicher zu machen habe ich hier nochmal ein Foto gemacht.
Links (direkt neben meinem Daumen) ist die Schlaufe, in die ich zuvor eingestochen habe, um eine neue Schlaufe zu nadeln (die allererste Schlaufe). Sie ist nun links eingebunden und nicht mehr “frei”, weil sie ja schon vernadelt wurde. Rechts ist die “freie” Schlaufe, sie ist noch nicht vernadelt. Will ich einfach nur rund rum nadeln nehme ich immer die nächste “freie” Schlaufe und bekomme einen Schlauch. Will ich zunehmen vernadel ich die selbe Schlaufe mehrmals. Will man am Anfang schnell zunehmen, dann sollte man direkt jede Schlaufe zwei mal vernadeln, also pro Schlaufe eine zunehmen.
Ich hoffe meine Anleitung hilft euch auch Nadelbindgewebe herzustellen und war für euch verständlich. Solltet ihr noch Fragen haben, stehe ich natürlich wie immer zur Verfügung
ganz liebe Grüße,
Elsi